Österreichische Sportwissenschaftliche Gesellschaft

Stellungnahme Presseaussendung Physio Austria


 

Stellungnahme der Österreichischen Sportwissenschaftlichen Gesellschaft (ÖSG) zur Presseaussendung des Berufsverbandes Physio Austria vom 23.12.2009 mit dem Titel „SportwissenschafterInnen sollen Kranke behandeln: Die angeordnete PatientenInnengefährdung“

Die Österreichische Sportwissenschaftliche Gesellschaft (ÖSG) ist eine Vereinigung der wissenschaftlich tätigen SportwissenschafterInnen Österreichs. Die ÖSG verfolgt das Ziel, die Sport- und Bewegungswissenschaften zu vertreten und ist wissenschaftlichen Standards verpflichtet. Aus dieser Sicht muss der Pressenaussendung des Berufsverbandes „Physio Austria“ gleich aus mehreren Gründen deutlich widersprochen werden:

1) SportwissenschafterInnen geht nicht die Arbeit aus – es besteht ein nachweislicher Bedarf an bewegungswissenschaftlich fundierten Betreuungsformen, nicht nur für die Prävention, sondern auch für die Therapie chronisch kranker Personen.

2) Eine Gefährdung von PatientInnen ist durch die qualifizierte Zusammenarbeit mit ÄrztInnen in einem multiprofessionellen Team nicht gegeben, bestenfalls sind PatientInnen gefährdet, wenn sie nicht an einem therapeutischen Trainingsprogramm teilnehmen können. 

3) Sport- und BewegungswissenschafterInnen sind für die Arbeit mit PatientInnen vorbereitet und sind, wie die Praxis zeigt, mittlerweile ein integraler Bestandteil von TherapeutInnenteams in Rehabilitationseinrichtungen.

Die Presseaussendung von Physio Austria kann durch eine beinahe unüberschaubare Zahl an Studien, die die mehrfach positiven Effekte von körperlichem Training zeigen, leicht widerlegt werden. Der Einsatz von BewegungsexpertInnen entspricht dem aktuellen internationalen Trend, ist evidenzbasiert und eine rechtliche Absicherung der Berufsgruppe „SportwissenschafterInnen“ als Gesundheitsberuf stellt daher einen gesundheitspolitischen Meilenstein mit internationalem Vorbildcharakter dar.