Sportgeschichte
Sprecher: Tarik Orliczek
Die Sektion Sportgeschichte in der ÖSG ist ein Zusammenschluss von Sportwissenschafter:innen und steht allen sporthistorisch interessierten Mitgliedern der ÖSG offen. Sie bietet ein Diskussionsforum für sporthistorische Themen und Sichtweisen und sieht die historische Beschäftigung/Perspektivierung des österreichischen und internationalen Sports als wichtige Aufgabe der Sportwissenschaft. In Form einer fundamentalen Bewusstseinsbildung stellen sportgeschichtliche Themen eine unabdingbare Voraussetzung zum Verständnis des aktuellen Sports, seiner Funktionen und Bedeutungen dar, indem historische Perspektiven nicht nur Vergangenes rekonstruieren, sondern damit auch Gegenwärtiges erklären und auf Zukünftiges vorausblicken lassen. Daher will die Sektion versuchen, die Sportgeschichte an österreichischen Universitäten zu fördern und wissenschaftliche Forschung zu sportgeschichtlichen Themen anzuregen. Sie steht dabei im engen Kontakt mit anderen vorrangig geistes- und sozialwissenschaftlich arbeitenden Fächern der Sportwissenschaft und historischen Wissenschaften.
Sektionsmitglieder sind in verschiedenen internationalen sportgeschichtlichen Vereinigungen aktiv wie der International Society for the History of Physical Education and Sport (ISHPES), dem European Committee for Sports History (CESH), der Deutschen Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen (DAGS), der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Sportwissenschaft (DGGSpw) usw.
Einmal im Jahr findet ein Sektionstreffen statt, das zugleich mit dem Jahrestreffen des Netzwerks Sport History_Studies Austria zusammenfällt (s.u.).
Sportwissenschaftsgeschichte in Österreich
Mit der Anerkennung des Faches Leibeserziehung in den 1920er Jahren nähern sich einige sportwissenschaftliche Institute an österreichischen Universitäten im Jahr 2026 einem Jubiläum. Da diese Anerkennung zur Entstehung der Institute und der Herausbildung einer eigenen sportwissenschaftlichen Methode führte, bietet es sich an, beim anstehenden ÖSG-Kongress 2026 sportwissenschaftsgeschichtliche Themen zu bearbeiten. Zudem fällt dieses Jubiläum zufällig mit der Implementierung des neuen österreichischen Lehramtscurriculums zusammen. Das ist deshalb relevant, da die Anerkennung in jener Zeit, in der es noch keine Sportwissenschaft im heutigen Sinne gab, grundlegend die Lehrkräfte(aus)bildung betraf.
Bei Interesse an einem Austausch können sich ÖSG-Mitglieder gern beim Sprecher Tarik Orliczek (tarik.orliczek(at)uni-graz.at) melden. In Zukunft soll in diesem Feld auch mit der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Sportwissenschaft (DGGSpw) zusammengearbeitet werden, bei der es sich um den einzigen deutschsprachigen Zusammenschluss von sportwissenschaftsgeschichtlich Forschenden handelt.
Netzwerk Sport History_Studies Austria
Seit 2013 kooperiert die ÖSG-Sektion mit dem Netzwerk Sport History_Studies Austria. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Fachleuten aus dem Bereich Sportgeschichte und Bewegungskulturforschung im weitesten Sinn. Das Netzwerk wird aktuell vom Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien koordiniert. Als Ansprechpersonen fungieren a.o. Univ.-Prof. Mag. Dr. Rudolf Müllner und Mag.a Agnes Meisinger.
Die Ziele des Netzwerks sind die Förderung und Vernetzung der historischen Sport- und Bewegungskulturforschung im Inland aber auch im internationalen Kontext. Sportgeschichte wird dabei in enger inter- und transdisziplinärer Verflechtung mit anderen Wissenschaftsdisziplinen (z. B. Kultur-, Politikwissenschaft, [Sport-]Soziologie, Gender-, Mediastudies...) verstanden, wie sie sich im angloamerikanischen Raum etwa unter dem Label Sport Studies abbilden.
Das Netzwerk bezweckt einen Erfahrungsaustausch und Diskussion über Funktionen sporthistorischer Reflexion in der Gesellschaft. Das betrifft etwa öffentliche Diskurse in Medien, Museen, Sammlungen, Projekte, Sportorganisationen, Schulen etc. und den Bereich der wissenschaftlichen Institutionen (Forschung, Universitäten, Fachhochschulen, Curricula).
Das Netzwerk ist offen für Personen, die sich für eine kritische Analyse des Sports interessieren bzw. dazu beitragen wollen.